Neurodesign im Büro

Die Gestaltung des Büros hat Auswirkungen, die über das reine Aussehen des Arbeitsplatzes hinausgehen. Licht, Geräusche, Farben, Materialien und der Grundriss können sich erheblich auf die Konzentration, das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeitenden auswirken.

Was ist Neurodesign?

Warum fühlen wir uns in manchen Räumen entspannt, in anderen hingegen gestresst? Neurodesign basiert auf der Erkenntnis, dass unsere physische Umgebung die Funktionsweise unseres Gehirns beeinflusst. Durch die Verbindung von Verhaltensforschung mit Innenarchitektur, Architektur und Design entstehen Umgebungen, die Konzentration, Kreativität und Wohlbefinden fördern. Beim Planen eines Büros geht es beim Neurodesign daher nicht nur um Ästhetik, sondern darum, bewusste Entscheidungen zu treffen – von der Einrichtung über die Beleuchtung bis hin zur Akustik und Raumaufteilung –, um einen inklusiven und produktiven Arbeitsplatz zu schaffen.

Wozu braucht man Neurodesign?

Neurodesign spielt eine wichtige Rolle bei der Neuroinklusionsarbeit sowie bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen, die für Menschen mit unterschiedlichen neurologischen Voraussetzungen geeignet sind. Zur neurologischen Vielfalt zählen unter anderem Menschen mit ADHS, Autismus und Legasthenie, aber auch die vielen individuellen Unterschiede darin, wie Menschen Informationen verarbeiten und ihre Umgebung wahrnehmen. Da neurodivergente Menschen einen bedeutenden Teil der Erwerbsbevölkerung ausmachen, ist es sehr wertvoll, Büroumgebungen so zu gestalten, dass sie barrierefrei und flexibel sind.

Forschungsergebnisse zeigen, dass Faktoren wie Geräusche, Licht, große offene Flächen und soziale Störfaktoren die Konzentration, Energie und das Wohlbefinden beeinflussen können. Durch durchdachtes Design können Arbeitsplätze unnötige Belastungen reduzieren und bessere Voraussetzungen für Konzentration, Zusammenarbeit und Erholung schaffen. Ein verstärkter Fokus auf Neuroinklusivität kann zudem dazu beitragen, dass mehr Mitarbeitende die Möglichkeit erhalten, ihre Stärken voll auszuschöpfen. Das kommt sowohl der Innovation als auch der Produktivität und der Zufriedenheit zugute.

25%

Eine Studie des Weltwirtschaftsforums ergab, dass neurodiverse Menschen bis zu 25 Prozent produktiver sein können als andere.

Was ist der Unterschied zwischen Ergonomie und Neurodesign?

Sowohl Ergonomie als auch Neurodesign zielen darauf ab, bessere Umgebungen für Menschen zu schaffen, wobei sie sich auf unterschiedliche Aspekte der Wahrnehmung konzentrieren. Bei der Ergonomie steht die physische Interaktion zwischen Mensch und Umgebung im Mittelpunkt. Es geht beispielsweise darum, wie Möbel, Arbeitsplätze und Werkzeuge gestaltet werden sollten, um Belastungen zu verringern und Verletzungen vorzubeugen.

Neurodesign hingegen untersucht, wie das Gehirn auf verschiedene Umgebungen und Designentscheidungen reagiert. Mithilfe von Erkenntnissen aus den Neurowissenschaften untersucht es, wie Faktoren wie Licht, Farben, Formen, Geräusche und die räumliche Gestaltung unser Wohlbefinden, unsere Konzentration und unsere Gefühle beeinflussen. Während die Ergonomie den Körper dabei unterstützt, optimal zu funktionieren, zielt das Neurodesign darauf ab, Umgebungen zu schaffen, die die Bedürfnisse des Gehirns erfüllen und sowohl die Leistungsfähigkeit als auch das psychische Wohlbefinden fördern.

Inklusive und produktive Büros mit Neurodesign gestalten

Die geistige Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Mithilfe von Neurodesign, das von den Bedürfnissen des Gehirns in der physischen Umgebung ausgeht, können Arbeitsplätze so gestaltet werden, dass sie Konzentration, Kreativität und Gesundheit fördern. Der Schlüssel liegt darin, eine Vielfalt an Umgebungen und Konzentrationszonen anzubieten, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Personen gerecht werden und somit sowohl Inklusion als auch Wahlfreiheit ermöglichen.

Ganzheitliche Ergonomie

Unser Gehirn kann nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Störfaktoren wie Mitarbeitende, laute Möbel, grelles Licht oder eine unübersichtliche Umgebung wirken sich negativ auf die Konzentration und das Energieniveau aus. Um die Leistung und das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden zu fördern, sind Lösungen gefragt, die diese Störungen minimieren und eine ruhige, ausgeglichene Umgebung schaffen. Unsere Sichtweise auf ganzheitliche Ergonomie basiert auf Neurodesign und berücksichtigt das Gesamterlebnis im Büro aus physischer, organisatorischer und sozialer Perspektive.

Strategien für eine geistig anregende Arbeitsumgebung

Visuelle Ablenkungen minimieren

Visuelle Reize minimieren: Nutze akustisch wirksame Stellwände, an der Decke hängende Schallabsorber, Sofas und Sessel mit hohen Rückenlehnen sowie Vorhänge oder Stauraumlösungen, um unerwünschte Einflüsse zu reduzieren.

Umgang mit Lärm

Akustisch wirksame Materialien, zu denen beispielsweise gepolsterte Möbel, Schallabsorber, schalldämpfende Tischplatten, Teppiche, Vorhänge, Pflanzen und Trennwände zählen, tragen zu einer ruhigeren Umgebung bei. Diese fördert die Konzentration und Erholung. Auch sanft schließende Schubladen leisten einen Beitrag.

Tageslicht und Beleuchtung

Vorhandenes Tageslicht optimal ausnutzen und anpassbare Beleuchtung einsetzen, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Natürliche Elemente

Erdige Farben, haptische Materialien und organische Formen wählen, um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen.

Zonierung

Das Büro sollte in Zonen für unterschiedliche Bedürfnisse und Arbeitsaufgaben unterteilt werden. Es sollte aktive Zonen geben, die Bewegung, Herzfrequenz und Dynamik fördern, sowie Bereiche für halbkonzentriertes Arbeiten, die eine gewisse Anregung bieten. Darüber hinaus sollten ruhige Zonen für intensive Konzentration und minimale Reize vorhanden sein.

Bewegung fördern

Das Büro sollte so gestaltet werden, dass man je nach Aufgabe ganz einfach die Umgebung wechseln kann. Die Einrichtung sollte zu Aktivität und Abwechslung im Arbeitsalltag anregen.

  

6 Tipps für inklusive Arbeits- und Büroumgebungen

1.

Der Mensch im Mittelpunkt

Neurodivergente Mitarbeitende, Kunden und Besuchende in den Mittelpunkt stellen. Das ist eine gute Strategie, um die Produktivität zu steigern sowie Personal zu gewinnen und zu binden.

2.

Ganzheitlicher Ansatz

Design ist nicht die einzige Möglichkeit. Um neurologische Vielfalt am Arbeitsplatz zu fördern, braucht es neben Design auch Bewusstsein, Schulungen, Richtlinien und eine unterstützende Kultur.

3.

Fachleute fragen!

Von Anfang an eine neuroinklusive Designstrategie anwenden und in die übergreifende Designstrategie integrieren. Die eigenen neurodivergenten Mitarbeitenden mit einbeziehen, denn jeder Mensch ist einzigartig. Was für den einen funktioniert, muss für den anderen nicht unbedingt passen.

4.

Design als Standard

Individuell einstellbare Schreibtischlampen gehören beispielsweise zum Standarddesign. Sie sind für alle verfügbar und einfach sowie kostengünstig umzusetzen.

5.

Eine sensorische Umgebung spielt eine wesentliche Rolle

Fachleute für neuroinklusives Design können dabei helfen, die Situation von Mitarbeitern und Kunden zu verstehen und die Nutzeranforderungen in das endgültige Design umzusetzen.

6.

Entwicklung vorantreiben

Hybrides Arbeiten könnte Unternehmen dazu verleiten, ihre Büroräume zu verkleinern. Aber dennoch ist Platz sehr wichtig – vor allem, da aktivitätsbasierte Büros nicht für jeden geeignet sind. Flexible, anpassungsfähige Räume sollten Vorrang vor starren Lösungen haben.

Produkte, die das Gehirn fördern

Fields

Fields

204 Farben und Materialien | 6 Varianten

BEasy

BEasy

Vibe

Vibe

Vibe Stellwände

129 Farben und Materialien | 107 Varianten

Vibe

Vibe

Vibe Tischtrennwände

129 Farben und Materialien | 40 Varianten

Fields

Fields

204 Farben und Materialien | 38 Varianten

Hedge

Hedge

Oktav

Oktav

45 Farben und Materialien | 2 Varianten

Vibe

Vibe

Vibe Akustikpaneele

129 Farben und Materialien | 27 Varianten

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In diesem Magazin teilen wir Wissen und Erkenntnisse, die Ihr Arbeitsumfeld und die Menschen darin betreffen. Entdecken Sie Referenzprojekte aus aller Welt, informieren Sie sich über aktuelle Themen und profitieren Sie von Expertenwissen in verschiedenen Bereichen. Bei uns geht es um mehr als die Herstellung von Möbeln.

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