Ratschläge der Psychologin für den Schulbau

Traditionelle Klassenzimmer haben ihre Vorzüge. Malin Valsö, Psychologin und Gesundheitsberaterin für Schülerinnen und Schüler, ist der Meinung, dass mit der Schularchitektur zu viel experimentiert wird.

Architektonische Mängel

Von den lauten Fluren der frühen 1900er Jahre bis zu den großflächigen Landschaften der 2000er Jahre weisen Schulen je nach Baujahr unterschiedliche architektonische Mängel auf. Wie können wir diese Räume optimieren, um Sicherheit, Ruhe und Lernen zu fördern? Wir haben uns mit der Psychologin Malin Valsö getroffen, um diese Frage zu klären. Zusammen mit der Psychologin Frida Malmberg hat sie ein Buch mit dem Titel Physische Lernumgebung („Fysisk Lärmiljö”) geschrieben.

Erzählen Sie uns etwas über Ihr Buch!

„Das Buch entstand während unserer Arbeit als Schulpsychologinnen, als wir in Schule um Schule auf unruhige, chaotische Lernumgebungen stießen, erzählt Malin Valsö.

Im Jahr 2019, dem Erscheinungsjahr des Buches, wurde über den Mangel an Schulen in Schweden diskutiert und das Motto „Tausend Schulen in zehn Jahren“ hielt Einzug in die Debatte.

„Das wussten wir noch nicht, als wir das Buch schrieben. Danach hat die schwedische Baubehörde Richtlinien herausgegeben und man begann mehr über die physischen Lernumgebung zu sprechen. Heute sehe ich die Unterschiede in den Schulen. Zum Beispiel gibt es weniger störende Glaselemente in den Klassenzimmern“, sagt Valsö.

Was sind die kritischsten Punkte in den heutigen Lernumgebungen?

„Ein Problem ist, dass Schulhöfe in Großstädten immer kleiner werden. Vor allem aber werden Schulen immer größer geplant.  Zu große Schulkomplexe erschweren den Aufbau von Beziehungen und erschweren es, im Außenbereich nutzbare Räume zu schaffen.“

Welche Herausforderungen haben wir aus der VERGANGENHEIT geerbt?

Schulen, aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, haben Klassenzimmer, die für die heutigen großen Klassen zu klein sind. Es fehlen Gruppenräume und die Flure dienen lediglich als Durchgänge. Der Lärmpegel kann erschreckend hoch sein. In den 1950er Jahren wurden kaum Gruppenräume gebaut. Die Schulen aus den 1970er Jahren sind hingegen unübersichtlich und ihre Decken sind so niedrig, dass einem die Luft zum Atmen fehlt.

„Und schließlich die Schulen der 2000er-Jahre: Glaswände sorgen hier für ständige Ablenkung, offene Lernlandschaften bieten zwar Überblick, aber kein Zugehörigkeitsgefühl. Zugleich verzichtete man auf Stauraum für Materialien, Bücher etc. in der Annahme, dass im digitalen Zeitalter ohnehin alles über den Computer läuft. Dahinter stand das Ideal: ‚Wir treffen uns hier, kommunizieren und googeln.‘ Geprägt wurde diese Entwicklung gleichermaßen von architektonischen wie von pädagogischen Leitbildern.“

Inwiefern sollten wir anders denken?

„Innovative Architektur zieht zwar die Aufmerksamkeit auf sich, aber man sollte nicht mit Schulkindern experimentieren. Es ist nicht immer schädlich, supertraditionell zu sein. Rechteckige Räume sind beispielsweise anderen ungewöhnlichen Formen vorzuziehen. Sie lenken die Aufmerksamkeit nach vorne und ermöglichen  Frontalunterricht, der  für mache Lernformen eine bessere Konzentration ermöglicht. Die Möblierung kann man für unterschiedliche Lernsituationen variieren und ergänzende Lernumgebungen bereitstellen. Meiner Meinung nach sollte man Architekturpreise für Schulen erst vergeben, wenn ihre Funktionsweise bewertet wurde, und nicht bei ihrer Einweihung.“

Gibt es Erkenntnisse aus der kognitiven und neuropsychologischen Forschung, die zeigen, wie sich die physische Umgebung auf das Lernen auswirkt?

„Die allgemeine Ausgangslage ist: Ablenkungen, ob visuell oder auditiv, stressen unser Gehirn.. Sie beeinträchtigen die Qualität unserer Leistungen und sollten daher minimiert werden. Räume sollten gemütlich, aber  schlicht sein.  Visuelle Hilfen können nötig sein, sollten aber erst dann hervorgeholt werden, wenn sie wirklich relevant sind.

Lesen Sie mehr über die Minimierung von Ablenkungen in der Lernumgebung

 

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Malin Valsö, Psychologin und Gesundheitsberaterin für Studierende


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5 Tipps zur Optimierung der physischen Lernumgebung

1.

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Trennwände bewirken viel. Sie sorgen für eine gute Akustik und verhindern visuelle Ablenkungen.

2.

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Planen Sie pro Schülerin bzw. Schüler einen Tisch oder eine Bank ein. Diese können bei Bedarf in Zweisitzer-Tische umgewandelt werden.

3.

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Um einen unordentlichen Eindruck zu vermeiden, sollten Sie Aufbewahrungsmöbel mit Türen oder Fronten wählen.

4.

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Ergänzen Sie das Whiteboard durch eine kleinere Schreibtafel an der Seite, um verschiedene Arten von Informationen notieren zu können.

5.

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Jüngere Schülerinnen und Schüler sollten Bänke mit Abdeckungen haben, damit weniger herumgerannt wird.

Hier finden Sie die passenden Produkte für Ihre Lernumgebung.

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