Eine Schule bauen – von Anfang an die richtigen Entscheidungen treffen
Barrierefreiheit in Kombination mit Teilhabe und Gleichberechtigung schafft die Voraussetzungen für Inklusion.
Barrierefreie Lernumgebungen – eine Voraussetzung für das Lernen
Wenn man von den tatsächlichen Bedürfnissen des Schulbetriebs ausgeht, entstehen Lernumgebungen, die den Unterricht langfristig unterstützen und sowohl den Schülern als auch dem Personal bessere Voraussetzungen bieten.
Die Behörde für Sonderpädagogik (SPSM) beschreibt barrierefreie Lernumgebungen als Zusammenspiel von pädagogischem, sozialem und physischem Umfeld. Damit alle Lernenden teilnehmen und Erfolg haben können, müssen Unterricht, Beziehungen und die räumliche Gestaltung gemeinsam geplant werden – ausgehend von den unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden.
Eine Lernumgebungsanalyse hilft Schulen, diesen Ansatz in die Praxis umzusetzen. Sie macht sichtbar, wie die Lernumgebungen aktuell funktionieren und was weiterentwickelt werden muss, um eine barrierefreiere und inklusivere Schule zu schaffen.
Was ist eine Lernumgebungsanalyse und wozu braucht man sie?
Bei einer Lernumgebungsanalyse handelt es sich um eine strukturierte Vorarbeit, die aufzeigt, wie das pädagogische, soziale und räumliche Umfeld der Schule zusammenwirkt. Das Ziel besteht darin, zu verstehen, wie die Lernumgebungen aktuell genutzt werden, welche Herausforderungen bestehen und was erforderlich ist, um in Zukunft bessere Lernbedingungen zu schaffen. Werden Gebäude und Einrichtung parallel und auf der Grundlage dieser Analyse geplant, sinkt das Risiko teurer Nacharbeiten und ungenutzter Lösungen.


Vision und Ziele

Bestandsaufnahme und Einbindung

Ergebnisse und Empfehlungen
Die Analyse gibt Antworten auf Fragen wie:
- Fördern die Lernumgebungen ein Gefühl der Sicherheit und die Konzentration aufs Lernen?
- Fördern sie die Zusammenarbeit?
- Fördern unsere Umgebungen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Schülern und Schulpersonal?
- Wie empfinden wir Akustik, Licht und Luft?
- Ist die Schule auf unsere Arbeitsweise und verschiedene Lernsituationen ausgelegt?
Eine Analyse des Lernumfelds hilft in der Praxis
Durch die Kombination von Workshops, Gesprächen, Beobachtungen und Online-Umfragen werden faktenbasierte Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Einrichtung gewonnen. Das Ergebnis ist eine klare Entscheidungsgrundlage, die aufzeigt, welche Aspekte beibehalten, verändert oder weiterentwickelt werden sollen.
Eine gut durchgeführte Analyse des Lernumfelds:
- Verringert die Unsicherheit bei komplexen Entscheidungen
- Ersetzt Vermutungen durch Daten
- Schafft einen gemeinsamen Nenner zwischen Schulleitung, Personal und anderen Akteuren
- Setzt die richtigen Investitionen – sowohl kurz- als auch langfristig – in den Vordergrund.
Was muss bei der Vorbereitung beachtet werden?
Damit die Analyse des Lernumfelds ihre Wirkung entfalten kann, müssen die richtigen Voraussetzungen gegeben sein. Hier sind einige entscheidende Faktoren, die schon früh im Prozess berücksichtigt werden sollten:
Organisation und Struktur
- Eine dedizierte Projektgruppe benennen
- Methodik und Werkzeuge für die Vorbereitungsarbeit festlegen
- Mit anderen Abteilungen wie Immobilien und IT zusammenarbeiten
- Gebäude und Einrichtung parallel planen
Wissen und Inspiration
- Forschungsergebnisse und externe Erkenntnisse einbeziehen
- Inspiration aus anderen Schulprojekten und Studienbesuchen gewinnen
- Über bestehende Lernumgebungen reflektieren – was funktioniert und warum?
Mitbestimmung und Dialog
- Eine klare Vision, Ziele und Rahmenbedingungen festlegen
- Herausforderungen und Chancen der Schule gemeinsam besprechen
- Planen, wie und wann Mitarbeitende und Lernende einbezogen werden sollen
- Praktische Workshops durchführen
- Faktenbasiertes Wissen durch Online-Umfragen sammeln
Ressourcen und langfristige Perspektive
- Bestehendes Mobiliar inventarisieren
- Bestehende Räume testweise möblieren
- Budget für die Kompetenzentwicklung der Mitarbeitenden einplanen
- Ressourcen für die Nachverfolgung nach dem Einzug bereitstellen

Bei der Arbeit an Visionen, Zielen und Rahmenbedingungen ist es sinnvoll, zunächst die Werte zu erörtern, die den neuen Lernumgebungen zugrunde liegen sollen.
Idealerweise sollte man nicht zuerst an das Gebäude und dann an die Einrichtung denken, sondern die Prozesse parallel laufen lassen und vor allem sowohl das Personal als auch die Lernenden so weit wie möglich einbeziehen.
Von der Analyse zur nachhaltigen Lernumgebung
Jede Schule ist anders, ein Patentrezept gibt es nicht. Wenn man jedoch auf der Grundlage einer Lernumgebungsanalyse beginnt, schafft man bessere Voraussetzungen für inklusivere, funktionalere und langfristig nachhaltigere Lernumgebungen.
Erst wenn die Bedürfnisse der Einrichtung, die Menschen und die räumliche Umgebung aufeinander abgestimmt sind, zahlt sich die Investition wirklich aus – in Form von besserem Lernen, mehr Sicherheit und einer Schule, die im Alltag gut funktioniert.
Drei Fragen an Henrik Axell, Leiter der Abteilung für Arbeitsplatzstrategie bei Kinnarps
Warum ist die Vorbereitungsphase so wichtig?
– Die wichtigsten Entscheidungen werden früh im Prozess getroffen. Wenn die Bedürfnisse der Einrichtung von Anfang an erfasst werden, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, ein Schulumfeld zu schaffen, das in der Praxis funktioniert. Wartet man zu lange, werden Änderungen sowohl komplizierter als auch kostspieliger in der Umsetzung. Je klarer die Zielvorstellung und die Bedarfsanalyse von Anfang an sind, desto besser wird das Ergebnis. Dies hat Auswirkungen auf alle Bereiche – von der Gestaltung der Räumlichkeiten bis hin zu den verwendeten Farben und Materialien. Deshalb ist es wichtig, sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Mitarbeitende frühzeitig in den Prozess einzubeziehen und ihre Erfahrungen in die Entscheidungsgrundlage einfließen zu lassen.
Welchen Nutzen siehst du für Schulen in der Lernumgebungsanalyse Next Education®?
– Die Entscheidungen werden treffsicherer, wodurch Lernumgebungen entstehen, die den Unterricht unterstützen und langfristig Bestand haben. Dank der methodisch erhobenen Daten muss man nicht mehr raten. Sie zeigen deutlich, was funktioniert und was verbessert werden kann. Zudem ermöglichen sie einen Vergleich des „Vorher“- und „Nachher“-Zustands.
Was macht die Lernumgebungsanalyse von Kinnarps einzigartig?
– Zum einen ist es der Zugang zu Daten, die dem Kunden alles ganz konkret vor Augen führen. Zum anderen ist es die strukturierte Art und Weise, wie wir Mitarbeitende, Experten und Lernende einbeziehen. Eine Zusammenlegung oder der Neubau einer Schule bedeutet immer einen Veränderungsprozess. Wir begleiten Sie auf dem gesamten Weg, unterstützen Sie und sind offen für neue Ideen und Gedanken dazu, wie die räumliche Umgebung gestaltet und für optimales Lernen genutzt werden kann.

Henrik Axell, Leiter der Abteilung für Arbeitsplatzstrategie bei Kinnarps
„Je früher man die Bedürfnisse der Einrichtung versteht, desto besser wird das Ergebnis. Eine Analyse der Lernumgebung sorgt für treffsicherere Entscheidungen. Wenn wir Daten strukturiert erfassen, müssen Schulen nicht mehr raten. Es wird deutlich, was funktioniert, was geändert werden muss und wie die räumliche Umgebung das Lernen langfristig fördern kann. Es geht nicht um Möbel an sich, sondern darum, Umgebungen zu schaffen, in denen Lernende und Mitarbeitende im Alltag tatsächlich erfolgreich sein können.“
Steht eine Zusammenlegung an oder ist ein Neubau einer Schule geplant?
Die Schule der Zukunft ist mehr als nur ein Gebäude – sie ist Teil der Gesellschaft. Urch Zusammenarbeit und langfristige, nachhaltige Entscheidungen lassen sich Schulumgebungen schaffen, die effizient genutzt werden und langfristig Bestand haben.