Der Better Effect Index Das einfache Hilfsmittel zur Auswahl nachhaltiger Einrichtungslösungen für Büros, Schulen und öffentliche Bereiche

Immer mehr Menschen möchten nachhaltige Entscheidungen treffen. Architekten, Innenarchitekten, Kunden und Nutzer haben an Einrichtungslösungen für Büros, Schulen und öffentliche Bereiche unterschiedliche Erwartungen. Deshalb haben wir den Better Effect Index eingeführt – ein Tool, das die Auswahl nachhaltiger und umweltfreundlicher Einrichtungslösungen vereinfacht.

"Die Menschen wollen erfahren, was sie tatsächlich bewirken können

Johanna Ljunggren, Sustainabillity Manager Kinnarps

„Die Entscheidungsträger der Zukunft werden sich nicht mehr nur mit Öko-Labels begnügen. Der Trend ist überall auf der Welt offensichtlich. Die Menschen wollen erfahren, was sie tatsächlich bewirken können. Ein Öko-Label allein reicht ihnen nicht mehr – sie möchten wissen, aus welchen Kriterien sich das Zertifikat zusammensetzt. Das wird Auswirkungen auf den Einkauf haben. Für den Lieferanten wird es nicht mehr reichen, ein entsprechendes Kästchen anzukreuzen. Man muss aufzeigen, dass man Nachhaltigkeit unter Kontrolle hat“, meint Ljunggren.

Der Better Effect Index von Kinnarps soll Klarheit hinsichtlich der Nachhaltigkeit in die Einrichtungsprojekte bringen. Architekten und Endkunden sollen es einfacher haben, Produkte anhand der wichtigsten Nachhaltigkeitskriterien zu vergleichen. Denn die Entscheidung für nachhaltige Büromöbel soll insgesamt einfacher werden.

Architekten begeistern

Der Better Effect Index wurde entwickelt, um die Anforderungen von Architekten, Innenarchitekten, Einkäufern und Nutzern zu erfüllen. Der Index resultiert aus einer Erhebung bei Architekten und Kunden, er basiert auf den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Im Rahmen des Better Effect Index werden unsere Möbel für Büros, Schulen und öffentliche Bereiche nach jeweils sechs grundlegenden Nachhaltigkeitskriterien bewertet. Jedes Produkt erhält jeweils eine Bewertung in den sechs Bereichen und man kann deutlich erkennen, welche Kriterien erfüllt wurden und  welche nicht. Dieses Nachhaltigkeitswerkzeug ist ein einfach zu bedienendes Online-Tool und wird fortlaufend mit Informationen über neue Produkte ergänzt.

Mehr Nachhaltigkeit für die Möbelindustrie

Der Better Effect Index wird als Open-Source-Tool zur Verfügung stehen. Dadurch können alle – von Architekten und Einkäufern bis zu Kunden und Wettbewerbern – nachvollziehen, wie die Produkte von Kinnarps gefertigt und bewertet werden.

„Das ist wichtig. Wir kommunizieren nicht nur unsere Stärken, sondern sprechen auch über unsere Nachholbedarfe. Indem wir das Thema transparent machen, laden wir die Branche zur Zusammenarbeit ein. Wenn wir eine gemeinsame Nachhaltigkeitsagenda haben, können wir es Ihnen und den Kunden einfacher machen, gute Entscheidungen im Sinn der Nachhaltigkeit zu treffen“, sagt Ljunggren.

Architekten und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für Lotta Bergqvist, Innenarchitektin bei Kanozi Architects in Malmö, ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl von Möbeln für Büros, Schulen und andere Arbeitsplätze.

„Je mehr wir über Produkte wie Bürotische, Bürostühle, Aufbewahrungsmodule und andere Möbel sowie über deren Herstellung wissen, umso einfacher können wir eine Entscheidung treffen.“

Kanozi Architects setzt konsequent auf Nachhaltigkeit und arbeitet nach dem Prinzip, dass gute Architektur einen positiven Einfluss auf die Menschen hat und in einer Gesellschaft mündet, die sozial und ökologisch nachhaltig ist. Das Unternehmen betreibt Niederlassungen in Göteborg und Malmö und beschäftigt Architekten, Innenarchitekten und Ingenieuren. Insgesamt beschäftigt Kanozi Architects über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Lotta Bergqvist ist Innenarchitektin (SIR/MSA) bei Kanozi Architects und arbeitet derzeit an Projekten für Akademiska Hus sowie Tyréns, die Niederlassungen in Malmö und Lund errichten.

Nachhaltige Möbel

„Wenn wir beispielsweise Möbel und Inneneinrichtungen für Schulen und öffentliche Bereiche auswählen, suchen wir nach nachhaltigen Lösungen – und zwar aus ganzheitlicher Sicht. Denn selbstverständlich muss das Design nicht nur optisch überzeugen, sondern auch Aspekte der Nachhaltigkeit erfüllen. Wir wollen Möbel, die zum Kunden und seinen Prozessen passen und durch die er langfristig einen Mehrwert besitzt“, sagt Bergqvist.

Die gesamte Wertschöpfungskette ist wichtig

„Wir arbeiten gern mit Kinnarps zusammen, weil wir wissen, dass das Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zur Lieferung ernst nimmt. Für uns ist das Lieferkonzept mit Decken anstatt herkömmlicher Verpackungen ein tolles Beispiel dafür, dass Kinnarps nachhaltig denkt.

 Die Möbel sind so konzipiert, dass sie wiederverwendet, restauriert und neu gepolstert werden können. Das ist für uns ein weiterer wichtiger Faktor.“

"In dieser Branche kommunizieren wir offen, was wir für das Thema Nachhaltigkeit tun. Wir teilen Ideen und arbeiten zusammen, und ich denke, dass dies entscheidend ist, um gute nachhaltige Lösungen finden zu können."

Nachhaltigkeit und Kooperation

Bergqvist begrüßt die Idee, dass die nachhaltige Komponente von Möbeln über deren gesamten Lebenszyklus mithilfe eines Nachhaltigkeitstools wie dem Better Effect Index stärker hervorgehoben und greifbarer gemacht wird. Sie mag es auch, dass dieser Nachhaltigkeitsindex als Open-Source-Tool zur Verfügung steht, das von allen – also von den Architekten bis hin zu den Kunden und Anwendern – genutzt werden kann.

„Wir haben einige sehr gute Möbellabel wie Svanen und Möbelfakta, aber Etiketten können manchmal extrem spezialisiert sein. Für einen neuen Designer oder Akteur auf dem Markt kann es zudem sehr schwierig sein, die entsprechenden Ressourcen für die großen Label vorzuweisen. In dieser Branche kommunizieren wir offen, was wir für das Thema Nachhaltigkeit tun. Wir teilen Ideen und arbeiten zusammen, und ich denke, dass dies entscheidend ist, um gute nachhaltige Lösungen finden zu können. Für mich als Innenarchitektin ist es sehr wichtig, schon frühzeitig am Konstruktionsprozess beteiligt zu werden, sodass ich die Ganzheitlichkeit der Lösung sicherstellen und aktive, schlüssige Entscheidungen fällen kann.“ 

Vereinfachter Einkaufsprozess

Der Better Effect Index veranschaulicht die nachhaltigen Eigenschaften von Möbeln in sechs verschiedenen Bereichen: Rohmaterialien und Ressourcen, Klima, reine Materialien, soziale Verantwortung, Wiederverwendung und Ergonomie. Die Idee dahinter besteht unter anderem darin, den Einkaufsprozess für Verantwortliche wie Architekten oder Innenausstatter zu vereinfachen.

„Bei Kanozi arbeiten wir mit einem Label namens Well zusammen, welches sich auf das Thema menschliches Wohlergehen aus ganzheitlicher Sicht konzentriert. Das Label erstreckt sich auf alle Komponenten eines Gebäudes, darunter auch die Innenausstattung. Darin eingeschlossen ist auch der Gedanke, dass Möbel in einem Büro zu mehr Bewegung motivieren können und so das Wohlbefinden und die Gesundheit fördern.“

Nachhaltige Materialien

Laut Bergqvist sind die richtigen Informationen über die Möbel und Materialien entscheidend, wenn das Endergebnis genau das sein soll, was sich der Architekt in Sachen Nachhaltigkeit erhofft hat.

„Kenntnisse über Materialien und Herstellungsprozesse sind unglaublich wichtig und sorgen dafür, dass die richtigen Produkte ausgewählt werden. Es kann ganz schön schwierig sein, den Überblick über all die neuen Materialien zu behalten, die eingeführt werden. Da ist es eine sehr große Hilfe, wenn man von Anfang an Zugriff auf alle Daten der Produzenten hat. Außerdem ist es im Rahmen des Verkaufsprozesses förderlich, wenn wir dem Kunden erläutern können, warum wir ein bestimmtes Möbelstück oder gewisse Materialien ausgewählt haben und warum diese nachhaltig sind.“

Diese Informationen sind auch langfristig betrachtet ein wichtiger Aspekt. Wenn ein Projekt abgeschlossen wurde, kann man denjenigen, die in der Umgebung arbeiten werden, eine Übersicht aushändigen, was die Sache für den Einkäufer deutlich erleichtert. In dieser Übersicht findet sich alles Wissenswerte über die Einrichtungsgegenstände und deren Eigenschaften sowie wichtige Informationen über mögliche Ergänzungen, Erneuerungen und Wiederverwendungen.

„Wenn Mitarbeiter Fragen zur Innenraumgestaltung haben und wissen wollen, warum bestimmte Möbel ausgewählt wurden, dann können sie diese Informationen dank des Index schnell und einfach finden. Auch die Handhabung und Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens in einem bestimmten Umfeld wird dadurch erleichtert. Wenn die Mitarbeiter wissen, warum bestimmte Produkte ausgewählt wurden, werden diese Produkte hoffentlich nicht durch Artikel ersetzt, die aus Nachhaltigkeitssicht alles andere als optimal sind.“

Und das allein ist schon eine nachhaltige Idee.

Wie der Better Effect Index funktioniert

Alle Produkte erhalten eine Einstufung in sechs verschiedenen Bereichen. Die Bestnote in jedem Bereich sind 3 Punkte. Die Note in jedem Bereich ergibt sich aus dem Durchschnitt der Punkte, die für die Indikatoren , d. h. die verschiedenen bewerteten Nachhaltigkeitskriterien, vergeben wurden. Die bestmögliche Gesamtnote für alle Bereiche zusammen entspricht 3 Punkten. Die Gesamtnote ist ein Durchschnitt der Punkte für die Bereiche.

1. ROHMATERIALIEN UND RESSOURCEN

Bewertete Nachhaltigkeitskriterien: Kenntnis der Herkunft der Rohmaterialien. Kenntnis der Bedingungen in der Produktionskette. Ressourcenoptimierung.

2. KLIMA

Bewertete Nachhaltigkeitskriterien: Eingehende Lieferungen. Ausgehende Lieferungen. Lieferanten (keine mit fossilen Brennstoffen erzeugte Energie bei der eigenen Fertigung). Hersteller (keine mit fossilen Brennstoffen erzeugte Energie bei der eigenen Fertigung). Anteil von Materialien mit geringer Umweltbelastung.

3. REINE MATERIALIEN

Bewertete Nachhaltigkeitskriterien: Einhaltung der Grenzwerte für chemische Inhaltsstoffe. Einhaltung der Emissionswerte. Gute Materialauswahl.

4. SOZIALE VERANTWORTUNG

Bewertete Nachhaltigkeitskriterien: Verhaltenskodex für Lieferanten. Risikobeurteilung der Lieferanten. Kontrollierte Lieferanten aus Risikoländern.

5. WIEDERVERWENDUNG

Bewertete Nachhaltigkeitskriterien: Möglichkeit der Reparatur/Erneuerung? Möglichkeit des Recyclings von Materialien. Hergestellt aus recyceltem Material.

6. ERGONOMIE

Bewertete Nachhaltigkeitskriterien: Ermöglicht Bewegung. Ermöglicht individuelle Anpassung. Verbessert die Geräuschkulisse.